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Posts Tagged ‘ALFA’

Vielleicht wundern sich die Leser dieses FNC-Blogs darüber, dass ich so viel über diese internationale Konferenzen geschrieben habe, obwohl sie nicht mit SeniorenNetzErlangen in Verbindung stehen. Mir ist es ein Anliegen, zu zeigen, wie aus virtuelle Online-Kontakte -die so oft noch als nicht relevant oder gar schädlich dargestellt werden –  inhaltlich wertvolle Treffen entstehen können.

Grundtvig- Projekt  ALFA – Lernen in ländlicher Umgebung Internationales Meeting in Sastamala/Finnland 19. und 20. Mai 2011.

An der Vorbereitung dieses Treffens war Senioren Lernen Online mit dem Thema  „Häusliche Gewalt und Prävention“ beteiligt. Leider werde ich nicht alles, was in diesen beiden Tagen wichtig war, ausführlich  beschreiben können, denn es gäbe weit mehr zu berichten. Es trafen sich Teilnehmer aus 5 europäischen Nationen zum Austausch über verschiedene Themen. Sie kamen aus Finnland ( Sastamala Community College/Sastamalan Opisto), Rumänien (University of Pitesti), Polen ( Centrum Biznesu i Rozwoju) , Deutschland (Senioren-Lernen-Online), und Niederlande (Reflexion). Die Meeting-Sprache  war englisch.

Weil ich auch zu den vorgehenden Workshops in Maastricht/Niederlande und Kiel eingeladen worden war, kannte ich schon viele Teilnehmer/Innen  und daher war das Wiedersehen ganz ungezwungen. Am 19.Mai  waren wir zunächst in den Räumen von Sastamalan Opisto eingeladen. Wir wurden dort sehr herzlich vom finnischen Team empfangen. Am Vormittag gab es einen regen Gedankenaustausch über die Beiträge aus Finnland und Deutschland.

1.Häusliche Gewalt gegen Ältere und Prävention  Ms.Uta Krope (SLO),

2. Junge finnische Familien ziehen aufs Land, Mr. Petri Rinne (ELARD)

3. Dienste an und für Ältere, die in Finnland auf dem Lande wohnen, Ms. Marita Pitkänen (Services for older people in Finnish Countryside)

Diese  Beiträge und Diskussionen gaben interessante Einblicke in einige Aspekte im Leben jüngerer und älterer Menschen der verschiedenen Länder. Weil wir nicht nur die Theorie, sondern auch die Praxis kennenlernen sollten, waren die nächsten Tagungspunkte dem Besuch von unterschiedlichen Schwerpunkten der Arbeit mit Kindern und älteren Erwachsenen gewidmet.

 Nach dem Lunch fuhren wir zunächst zu St. Olafs Church in Tyrvää. Diese Kirche stammt aus dem 16. Jahrhundert und wurde leider in 1997 niedergebrannt. Aber die lokale Bevölkerung hat die Kirche in Eigenleistung nicht nur wieder aufgebaut: Im Inneren befinden sich wunderbare Gemälden von Kuuti Lavonen und Osmo Rauhala. Danach gingen wir in eine ganz farbenfrohe kleine Ausstellung: „Kinder malen und basteln“. Weiter ging es nach Työteekki. Hier werden Arbeitslose aus Sastamala angeleitet in  verschiedenen handwerklichen Tätigkeiten. In dem angeschlossenen kleinen Ausstellungsraum konnte man Beispiele dieser Arbeit ansehen und kaufen.

Nachmittags trafen wir uns mit Ms. Pia Pihlanto und einigen ihrer älteren finnischen Studenten, die online Deutsch lernen im Sastamala Community College (in Zusammenarbeit mit SLO!) Wir saßen zunächst gemütlich zusammen und konnten uns angeregt auf Deutsch über viele Themen unterhalten. Dazu hatte Pia einen interessanten Fragebogen entworfen – wobei wir gleich unsere minimale Kenntnis über Finnland offenbaren konnten. Danach folgte ein kurzer Stadtrundgang mit genügend Gelegenheit  zum Einkaufen.

Nach einem leckeren Buffet im Centrum von Vammala (mit Live-Musik und Gesang  eines Musikdozenten vom College, sehr apart) fuhren wir zu einem Saunagebäude, direkt an einem See gelegen. So ein Saunabesuch läuft aber ganz anders als bei uns, jedenfalls, wenn es sich nicht um ein Treffen von Familienmitgliedern handelt, sondern um einen Social Event. Männlein und Weiblein gehen getrennt in die Sauna und sind bekleidet mit Badeanzug bzw. Badehose. Wir trafen uns dann alle im Aufenthaltsraum, dort wurde ein Ofen gemütlich eingeschürt und Würstchen am Spieß gegrillt. Als  dann Matti Lehtinen (der Leiter des Sastamala College), zusammen mit dem Musikdozenten – und als besondere Überraschung, unserem niederländischer Teilnehmer-  anfing „aufzuspielen“, da wurde der vielstimmige Chor der Teilnehmer aus 5 Nationen natürlich herausgefordert!

Am nächsten Morgen fuhren wir als Erstes zur Sammaljoki Village School  (41 Kinder, aufgeteilt  in 3 Klassen – Alter 7 bis 12 Jahren). Wir führten ein längeres Gespräch mit dem Direktor dieser Zwergschule und hörten von den Schwierigkeiten, eine solche Schule am Leben zu erhalten…. Während dieses Gesprächs blieben zu unserem Erstaunen die Kinder brav stehen und es gab keinerlei Unruhe! In der Pause konnten einige Teilnehmer auf dem Schulhof ihr Geschick im finnischen Cricket unter Beweis stellen. Weiter ging es zum Sampola Village House. Es gab ein lebhaftes Gespräch mit der Leiterin.Es wurde  dabei gleich etwas „genetzwerkt“ für die Zukunft. .z.B. den Austausch von finnischen Rezepten für die Rezepte-Homepage einer Teilnehmerin  EU-Rezepte

Auf dem Dachboden des Hauses stehen mehrere Webstühle und hier treffen sich nachmittags Frauen des Ortes zum Weben und Gedankenaustausch. Wir konnten die verschiedenen Arbeiten-in-Werdung besichtigen. Eine Frau verwebt alte CD-Magnet-Bänder zu einem wunderbaren Muster! Das nenne ich Re-Cycling  (zurück in den Kreislauf) im wahren Sinn des Wortes!

Zum Abschluss dieses 2-tägigen  internationalen Treffens – damit wir selber auch etwas „tun“ und  eine handwerkliche Erinnerung mit nach Hause nehmen – wurde uns  ein Kunst-und Handwerk Workshop, wieder im Gebäude vom Sastamalan Opisto angeboten. – Kunst und Handwerk stehen im College von Sastamala hoch in Kurs.Hier sind wir eingewiesen worden in die Kunst des Filzens. Es war lustig zu sehen, wie die Teilnehmer, je nach Veranlagung, mit dieser Herausforderung umgingen. Bei manchen wurden regelrecht künstlerische Ambitionen geweckt und am Ende dieses Workshops waren wir alle sehr zufrieden mit unseren „Werken“. Es blieb auch genügend Zeit für Gespräche. Das war sehr wichtig, denn wir wussten, dass mit diesem Workshop unser Treffen zu Ende ging.

 Ich möchte mich noch einmal herzlich beim finnischen Team bedanken. Es war alles  hervorragend  organisiert und durchdacht.


Johanna Warko

 

 

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Vor einiger Zeit habe  ich an dieser Stelle etwas über die Projekte GRUNDTVIG , ALFA  und SLO erzählt. Hier zur Erinnerung noch mal der Link  über den Tellerrand.

 Innerhalb von ALFA wurde nun ein neuer internationaler Workshop gestartet. Dieses Mal mit dem Thema : Häusliche Gewalt und Prävention. Ein sehr ernstes Thema, das eine intensive Vorbereitung erforderlich macht. Nach mehreren Online-Konferenzen und vielen Gesprächen mit Institutionen und Verbänden trafen sich eine finnische und eine deutsche Delegation von je 5 Personen von 26. bis 29. April in Kiel zur Ausarbeitung des anschließenden internationalen Workshops für  Teilnehmer aus weiteren Ländern der EU von 18. bis 22. Mai in Sastamala/ Finnland.

Es war ein volles und sehr interessantes Programm. Im Zentrum für konstruktive Erziehungswissenschaft (ZKE) der Uni Kiel hörten wir einen Vortrag von MA Ruth Volk über Gewalttraining  und Prävention im Projekt ZKE.  An den Folgetagen besuchten wir  einige Einrichtungen, die sich mit Vorbeugung beschäftigen z.B. das Präventionsbüro PETZE in Kiel und das Mehrgenerationenhaus in Gaarden, ein Stadtteil von Kiel mit besonderer Problematik. In beiden Einrichtungen hörten wir  informative Vorträge über die jeweilige Angebote zur Prävention von häuslicher Gewalt.

In einem Raum des Instituts haben wir  2 Tage an unseren (mitgebrachten) Notebooks gesessen und weitere intensive Gespräche geführt. Es ist besonders wichtig, zu wissen, wie die Gewaltproblematik in andere Länder gesehen und beurteilt wird. Der Sinn dieser Projekte ist  ja auch, das sich Europäer besser kennen und verstehen lernen. Über Verstehen gesprochen: es ist doch gut, dass sich die englische Sprache  als Universalsprache durchgesetzt hat. Wie sollten wir uns sonst wohl mit Finnen, Polen und Rumänen unterhalten können?! 

Natürlich gehört auch  gemeinsam verbrachte Freizeit zum Konzept. Wir fuhren mit dem Fördeboot von Seegarten nach Laboe und besuchten dort das Museums-U-Boot U995 und das Marine-Ehrenmal .Leider hatte ich kein Fotoapparat dabei, diese Fotos stammen von meinem Mobiltelefon. 

Zum Schluss möchte ich noch einmal darauf hinweisen, dass diese Begegnungen und die Vorbereitungen dazu ohne Internet, Skype und E-Mail (und noch einige andere Programme…..) nicht möglich geworden wären!

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Haben Sie schon mal etwas von GRUNDTVIG gehört? Nein? Ich bis vor kurzem auch nicht….

Dieses europäische Programm für die allgemeine Erwachsenenbildung fördert u.a:.Weiterbildung für Bildungspersonal, Workshops, Lernpartnerschaften, Freiwilligenprojekte älterer Menschen, multilaterale Projekte und multilaterale Netzwerke.

Es wird seit Jahren viel geredet über  Erwachsenenbildung in Europa, aber über Möglichkeiten und sinnvolle internationale Verknüpfungen wissen wir als Laien vermutlich kaum etwas. Durch die Verbreitung von schnellem DSL und neue Programme auch fürs online-lernen tun sich interessante Betätigungsfelder auf für Organisationen, die sich mit dieser Materie beschäftigen.

Nun hatte ich Gelegenheit,als sog. Lernende teilzunehmen an einem GRUNDTVIG Workshop in dem Projekt ALFA (Adults learn in Families). Dieses Projekt wird von SeniorenLernenOnline SLO betreut und beschäftigt sich u.a. mit Lernpartnerschaften in Europa. Es ist generationen- und länderübergreifend konzipiert und das ist auch der Reiz dieses Projekts.  Der workshop fand in Maastricht /Holland statt. Die 20-köpfige Gruppe bestand aus (vornehmlich junge) Polen,  Finnen,  Rumäninnen,  Deutsche und  1 Niederländer. Er hat dieses Treffen betreut. Nicht nur Jung und Alt waren fröhlich gemischt, auch viele Berufe waren vertreten. An dieser Stelle kann ich leider nicht weiter ausführlich darauf eingehen, doch einige Eindrücke möchte ich schildern. Die gemeinsame Sprache der Studienteilnehmer und der Vorträge war englisch;  logischerweise mal mehr, mal weniger gekonnt, aber immer so, dass wir uns alle gut verständigen konnten.

Den 1. Studientag verbrachten wir in Heerlen  im Institut LEX The Learning Experience. Wir wurden bekannt gemacht mit neuen Methoden  des Lernens und Lehrens und  brachten einen virtuellen Besuch an Open Universiteit Nederland.  Besonders interessant war für mich der Vortrag  über  modernes Lernen unter Einsatz von mobilen internetfähigen Geräten, wie Smartphones, iPads etc.

Der 2. Studientag  beschäftigte sich vor allem mit der spezifischen Kultur und Geschichte des  Ortes  Maastricht. Bei einem langen Spaziergang zu verschiedenen interessante Kulturdenkmäler (z.B. eine riesige, von Menschenhand geschaffene Kalksteingrotte  mit Holzkohle-Malereien an den Wänden) und eine interessante Stadtführung kamen sich die Teilnehmer der Gruppe näher. So entstanden richtige Gespräche und lernten wir außerdem alle viel Neues und Wissenswertes aus den verschiedenen Ländern  kennen. Das ist ein großer Vorteil dieser internationalen Workshops. Das nächste Treffen innerhalb des ALFA  Projekts wurde von den Verantwortlichen terminlich festgelegt und wird sich voraussichtlich mit dem Thema „Gewalt in Familien“ auseinander setzen. Vielleicht kann ich darüber dann  auch wieder berichten.

 

 

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